Geschichte

Homepage der Knappschaftskapelle Peissenberg AGFA Gevaert Musikverein e.V.

Um das Jahr 1860 wurde in Hohenpeissenberg aus der damaligen Ortsmusik die erste Bergmusik gegründet. Diese Bergmusik bestand aus 10 Musikern mit dem Lehrer Atzberger als Dirigenten. Es war dies die neun stimmige bayrische Blechmusik, welche noch heute die Grundlage der Peissenberger Knappschaftskapelle bildet.

1865 wurde diese Bergmusik dann vom Steiger Paul Hoffmann im Auftrag des Grubenverwalter Julius Höchstätter als Knappschaftskapelle von der Grubenverwaltung übernommen. Als im Jahre 1869 der Steiger Hoffmann versetzt wurde, löste sich die Kapelle wegen vieler Reibereien und Streitigkeiten der Einheimischen mit den zugereisten Musikern (dies waren hauptsächlich Bergleute aus Erbendorf in der Oberpfalz und aus Böhmen) auf. Somit kam die alte Ortskapelle Hohenpeissenberg wieder zu Ehren .

Eine straffere Organisation erhielt die Kapelle durch den neu berufenen Musikmeister Mattias Reich, der 1874 vom Grubenverwalter Ferdinand Reber verpflichtet wurde. Reich kam von der Regimentsmusik des 3. Infanterieregiments aus Augsburg. Die Kapelle hatte nun bei allen Anlässen für das Bergwerk zu spielen, auch in Unterpeißenberg. Inzwischen hatte sich nämlich der Schwerpunkt des Bergbaus nach Eröffnung des Tiefstollens auf die Ostseite des Berges dorthin verlagert, ebenso der Standort der Grubenverwaltung.

Gegen Ende der achtziger Jahre setzte sich Bergmeister Josef Planer dafür ein, dass Peißenberg eine eigene Bergmusik bekommen sollte. Dies schei terte aber vorerst daran, dass von der Peißenberger Ortskapelle nur drei Mann Bergleute waren. Es kam aber eine Vereinbarung zustande, wonach die Peissenberger Ortskapelle die Trauermusik für die verstorbenen Bergleute spielen durfte. Dirigent der Peissenberger Ortskapelle war damals Johann Bichlmayr. Um die Jahrhundertwende sollte die Bergmusik auf Wunsch des Grubenverwalters Heinrich Stuchlik auf 25 Mann verstärkt werden. Musikmeister Reich erhielt daher den Auftrag alle Musiker aus Peissenberg und Hohenpeissenberg heranzuziehen und mit diesen zweimal wöchentlich in der Zechenschenke am Tiefstollen zu proben.

1902 dankte Musikmeister Reich ab und sein Nachfolger wurde Johann Bichlmayr aus Peissenberg. Auch der Sitz der Bergmusik wurde nunmehr dorthin verlegt da nämlich mehr als die Hälfte der Musiker Peissenberger waren. Die Hohenpeissenberger Musiker bildeten innerhalb der Kapelle noch eine eigene Abteilung, die in ihrer Gemeinde, sowie in Peiting, Rottenbuch usw. aufspielte.geschichte1

Um beiden Teilen der Kapelle die Wegstrecke zu den Proben gerecht zu wer den, wurden die Proben beim Weinbauer abgehalten. Musikmeister Schübel wurde 1910 als Leiter der Knappschaftskapelle nach Peissenberg berufen. Die Proben wurden fortan wieder am Tiefstollen abge halten und unter seiner Leitung erreichte die Kapelle bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges eine Stärke von 34 Mann. Die Hohenpeissenberger Musiker wirkten dabei auch weiterhin in der Bergmusik Peissenberg mit. Jahrein jahraus kamen die Hohenpeißenberger Musiker zu den Proben nach Peissenberg, im Winter oft durch meterhohen Schnee watend. Wenn dieser zu hoch lag, gingen die Musiker durch die 1. Tiefbausole zwischen Unterbauschacht und Tiefbaustollen hin und her! Obwohl bei Kriegsende 1918 die Kapelle noch aus 9 Mann bestand, war sie durch die erneute Verbindung mit der Kapelle Hohenpeissenberg 1920 schon fast wieder auf ihre alte Stärke angewachsen, wenngleich bei den ört lichen Veranstaltungen noch getrennt gespielt wurde.
geschichte2
Im Jahre 1932 übergab Musikmeister Schübel den Taktstock an Kajetan Weinstock, der von der Landespolizeikapelle München zurück nach Peissenberg kommend mit der Leitung der Knappschaftskapelle beauftragt wurde. Hatten bislang Hohenpeissenberger und Peissenberger Musiker gemeinsam gespielt, so hatte dies ein Ende als am 1. Januar 1935 die Hohenpeissenberger Abteilung zur selbständigen Knappschaftskapelle erklärt wurde.

Doch bereits 1936 bei der Winterolympiade in Garmisch Partenkirchen spielten die beiden Kapellen unter der Leitung von Musikmeister Weinstock gemeinsam jeden Abend im Festzelt. Das „Dritte Reich“ ging auch an der Knappschaftskapelle nicht spurlos vor bei, und so wurde 1938 die Kapelle als „Sturmkapelle“ dem N.S. Kraftfahrercorps verpflichtet und hatte bei entsprechenden Anlässen anzutreten. Der Verlauf des 2.Weltkrieges brachte es mit sich, dass die Kapelle fast nur noch bei Totenfeiern und Gedenkgottesdiensten zu spielen hatte, denn zu feiern gab es, besonders zu Ende des Krieges, wahrhaftig nichts mehr.Um so mehr wurde die Kapelle nach dem Ende des 2.Weltkrieges bean sprucht, und war es auch nur als „Tanzmusik in kleiner Besetzung“. Die Menschen wollten endlich wieder einmal fröhlich sein und die Grauen des Krieges und der Nazizeit vergessen.Nach der Währungsreform 1948 belebte sich das Vereinswesen langsam wieder und die Beanspruchung der Kapelle durch Vereins-, Trachten- und Volksfeste nahm zu. Beim Oktoberfest Schützenzug 1958 spielten Hohenpeissenberger und Peissenberger gemeinsam auf. Die Teilnahme am Oktoberfest ist seit damals traditionelle Verpflichtung und wiederholt sich bis auf wenige Unterbrechungen bis zum heutigen Tage. Im Oktober 1959 dann legte Kajetan Weinstock aus gesundheitlichen Gründen den Taktstock nieder und am 1. Januar 1960 wurde Gottfried Lang aus München von der damaligen Werksleitung als neuer Leiter der Knappschaftskapelle Peissenberg bestellt. Zu den gemeinsamen Auftritten beider Kapellen in dieser Zeit, an denen auch einige Male der damals neugegründete Spielmanns- und Fanfarenzug unter der Leitung von Ferdl Stork teilnahm, gehören die Auftritte beim Oktoberfest in München, das Festival Europäischer Knappenkapellen 1964 in Gelsenkirchen, der deutsche Bergmannstag 1965 in Essen und natürlich die großen und traditionsreichen Peissenberger Bergfeste.

Bei all diesen Auftritten war Josef Pröbstl der Leiter der Gesamtkapelle. Vielleicht gerade deshalb machte sich bei den Musikern der Knappschaftskapelle Peissenberg Missmut breit, was teilweise zu unliebsa men Auseinandersetzungen führte. Deshalb wollten die Peissenberger Musiker einen Dirigenten und auch einen Vorstand aus ihren eigenen Reihen wählen. Dies wurde jedoch von der Werksleitung nicht gestattet, lediglich ein Vertrauensmann aus der Kapelle, der Hauer Jakob Friedl wurde akzeptiert und im September 1963 auch bestätigt. Bedingt durch mehrere Austritte verschlechterte sich die Situation der Kapelle zusehends und man ersuchte den Betriebsrat um Unterstützung und Vermittlung.
geschichte3
In dessen Beisein und ohne die Einverständnis der Betriebsleitung abzuwarten führte die Kapelle die erste Vorstandswahl durch.

Ein Jahr nach dieser Wahl traf das Gespenst der Grubenschließung auch die Kapelle. Wie alle Bergleute bemühten sich auch die Musiker darum, einen geeigneten Arbeitsplatz bei den sich neu ansiedelnden Betrieben zu finden. Dies blieb den Personalbeauftragten der Fa. Agfa Gevaert nicht verborgen und die Herren Köhler und Unterberger nahmen Kontakt mit der Kapelle auf. Dir. Dr. Kisselmann arrangierte in diesem Zusammenhang eine Betriebsbesichtigung. In einer daran anschließenden Beratung ging es über die Möglichkeiten und Bedingungen um die Kapelle als Betriebskapelle eingliedern zu können. Da die Rahmenbedingungen (Einstellungstermine, berufliche Weiterbildungsmöglichkeiten etc.) zur allgemeinen Zufriedenheit gelöst werden konnten, stand einer Umwandlung und Umbenennung der Knappschaftskapelle Peissenberg in die „Knappschaftskapelle Peissenberg AGFA Gevaert Musikverein“ nichts mehr im Wege. Festgehalten wurde damals auch, dass die Kapelle, um die Tradition zu wahren, ihre Bergmannstracht beibehalten sollte. Am 14.08.1970 fand im Gasthaus zur Post in Peissenberg die Gründungsversammlung statt. Neben den Vertretern der Fa. Agfa Gevaert, dem damaligen 1. Bürgermeister Matthias Führler und einer Reihe von Markträten waren auch viele Mitglieder der örtlichen Vereine und interessierte Bürger erschienen, denn auch ihnen lag die Erhaltung der Kapelle am Herzen. Die Satzung wurde dann nach Einsichtnahme durch die Fa. Agfa Gevaert auch von der Kapelle angenommen und durch die Unterschriften des Vorstandes und aller aktiven Mitglieder bestätigt.

Die Musikproben die bis 1972 im Gasthaus zur Post abgehalten wurden, konnten nach dem Neubau des Agfawerkes dann auch in dessen Kantine verlegt werden. Durch den geschlossenen Übertritt in die Fa. Agfa Gevaert und den großen Fleiß aller Musiker entwickelte sich der Musikkörper unter der Leitung des alten und neuen Dirigenten Anderl Lengger zu einer Kapelle, die sich bald einen guten Namen machte. Beispiele für die Beliebtheit des Klangkörpers sind u. a. musikalische Verpflichtungen und Auftritte im In- und Ausland, so beispielsweise in der Schweiz (Rapperswill) und in Osterreich (Schwaz). Ein weiterer Höhepunkt war am 7. und 8. Mai 1975 das 75-jährige Jubiläum der Kapelle gemeinsam mit den Schützen aus Eppinghofen und dem Tambourcorps Möllen. Von der Beliebtheit aber auch der Beanspruchung der Kapelle in diesen Jahren kündet auch ein Ausschnitt aus dem Jahresbericht von 1978: Die Musiker hatten neben ihren 60 Proben noch 73 Auftritte zu bewältigen, davon 25 Volksfeste, von Töging am lnn bis Ravensburg und von Gräfelfing bis Obermeiselstein.

Als mit dem Viehscheid in Obermeiselstein Ende September dann endlich auch die Volksfestzeit zu Ende fing man sofort an mit Saiteninstrumenten für die traditionsgewordene Nikolausfeier zu proben, die Lengger ab 1970 für die passiven Mitglieder eingeführt hafte. Auch die Vorbereitungen für das Frühjahrskonzert, das er ins Programm aufgenommen hatte, damit die Kapelle ihr musikalisches Können jedes Jahr wieder neu unter Beweis stel len musste, kostete viel Anstrengung und forderten die Musiker. Im September dieses Jahres legte Jakob Friedl dann aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder. Er war 40 Jahre aktiver Musiker, 7 Jahre Vertrauensmann und seit 1969 1. Vorstand der Knappschaftskapelle Peissenberg. Die Vereinsgeschäfte übernahm der damalige 2. Vorstand Georg Karl. Am 10.04.1980 fanden dann turnusgemöß die Neuwahlen statt. Georg Karl wurde als 1. Vorstand bestätigt. 

Der aktive Musikerstand betrug 34 Mann und mit der Klarinettistin Greitner Marion wurde zum ersten Mal ein Mädchen in den sonst nur von Männern besetzen Musikkörper aufgenommen. Mit dem Frühjahrskonzert dieses Jahres feierte man dann auch das 80-jährige Bestehen der Knappschaftskapelle. Am 29.09.1983 gab der Dirigent Anderl Lengger in der Musikprobe über raschend bekannt, dass er nach der Nikolausfeier aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als Dirigent niederlegen werde. Der bisherige 2. Dirigent Gottfried Fischer übernahm dieses Amt. 1984 fanden dann die Neuwahlen der Knappschaftskapelle statt, Goftfried Fischer wurde mit großer Mehrheit zum Dirigenten gewählt und Anderl Lengger für seine Verdienste zum Ehrenmitglied der Knappschaftskapelle ernannt. Das Frühjahrskonzert wurde zum ersten Mal nicht mehr in der Gaststätte Post bzw. der Bräuwastlhalle abgehalten, sondern unter eigener Regie in die Turnhalle Wörth verlegt. Vom 1 6. bis 24.05.1984 ging es - nicht zum ersten Mal - auf große Fahrt. Über Düsseldorf und Antwerpen gelangten die Musiker in unsere jetzige Partnerstadt St. Brevin (Bretagne/Frankreich). Hier konnte man durch die Musik und das Auftreten in der bayrischen Tracht einen großen Erfolg verbuchen. Es wurden Freundschaften geschlossen, die später auch in der Gründung der Städtepartnerschaft zum Ausdruck kamen. 1988  wird Gottfried Röhrner zum 1. Vorstand gewählt. Georg Karl über nimmt das Amt des 2. Vorstandes. 1990 steht Gottfried Röhrner zur Wiederwahl bei den anstehenden Neuwahlen aus zeitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung und Georg Karl übernimmt wieder das Amt des 1. Vorstands der Knappschaftskapelle. 1996 Gottfried Fischer übergibt seinen Taktstock seinem jüngeren Nachfolger Hubert Kohler und auch Vorstand Georg Karl gibt sein Amt ab. Beide werden für ihre Verdienste zum Ehrenmitglied der Knappschaftskapelle Peissenberg ernannt.

Das Amt des Vorstandes wird von Ralf Hilse dem bisherigen 2. Vorstand übernommen. In diesem Jahr entstehen auch die ersten Kontakte zur Musikkapelle Seis in Südtirol. 1997 tritt Vorstand Ralf Hilse als Vorstand zurück. Die Geschäfte werden bis zur Neuwahl von Georg Huber übernommen. Bei der Neuwahl 1998 wird Georg Huber von den aktiven Musikern als 1. Vorstand der Knappschaftskapelle Peißenberg bestätigt. 2000 Hubert Kohler legt sein Amt als Dirigent nieder und wird von Goftfried Fischer abgelöst. 2001 Am Oktoberfestzug nehmen die Knappschaftskapellen Peiting, Hohenpeißenberg und Peißenberg gemeinsam unter Leitung des Dirigenten Gottfried Fischer teil. 2002 In diesem Jahre nun kann die Knappschaftskapelle Peißenberg auf die 100 Jahre ihres Bestehens mit Stolz zurückblicken. Nach vielen Wirren und Sorgen um ihren Weiterbestand wird sie zur eigenen Erbauung und zur Freude ihrer Mitbürger und Musikfreunde auch in Zukunft ihr Können unter Beweis stellen, als Träger bergmännischer Tradition und örtlichen Kulturlebens.
geschichte4
Seit 2002 leitet nun der Diplom Musiker Leszek Zebura die Knappschaftskapelle Peissenberg. Zum ersten mal übernimmt ein Profi-Musiker mit einer Erfahrung die nur wenige haben die musikalische Verantwortung und trägt zur stetigen Verbesserung aller Musiker und Músikerinen bei sowie zur Gründung neuer Besetzungen wie dem Spielkreis oder der Big Band Besetzung. Durch sein vielfältiges Können im Arrangieren und Komponieren trägt er auch zur Erweiterung des Repertoirs der Knappschaftskapelle bei.

[Home] [Die Kapelle] [Aktuelles] [Geschichte] [Auftritte] [Musiker - Ecke] [Bildergalerie] [Download] [Kontakt] [Gästebuch] [Impressum]

Unsere nächsten Auftritte:

Für den perfekten Ton und die optimale Bühnen- beleuchtung bei unseren Auftritten sorgt die Firma:

MF - Veranstaltungstechnik

   - Individuell Beratung
   - Professionelles Equipment
   - PA - Vertrieb / Vermietung

www.veranstaltungstechnik-mf.de